Die Masse machts ...
Mir ist schleierhaft, woher die unmöglich starre Eigendynamik menschlicher Gruppen kommt. Meine Erfahrung mit einzelnen Menschen ist sehr gut. Selten habe ich mich mit jemanden nicht unter vier Augen unterhalten können.
Nachrichten zeigen mir dennoch immer wieder, dass eine Gruppe von Menschen immer in der Lage ist den IQ eines Menschen auf alle seine Mitglieder zu verteilen, so dass das Verhalten sich immer mehr einer rein triebgesteuerten Lebensform angleicht. Ich werde versuchen hier eine kleine, wie immer persönlich gefärbte, Analyse dieses Effektes durchzuführen.
Viele Menschen haben Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein - mich eingeschlossen. Mein Vorteil ist, dass ich mir dessen bewusst bin, reflektieren kann und mich recht schnell am Riemen reiße, sobald ich an mir Eigenschaften einer IQ-Reduktion feststelle. Ich wirke deswegen vielleicht auf Partys wie ein Spielverderber - dafür ist ein Spieleabend großes Kino. Aber über meine Person soll es so früh in diesem Blog nicht gehen.
Gruppe A: Die größte Klasse des Massenmenschen ist darauf aus, möglichst stromlinienförmig mit der Menge zu schwimmen und blos nirgends anzuecken. Jemand macht einen Witz, andere lachen? Ja dann muss ich doch mit machen. Da ist jemand beliebt und hat eine Meinung? Ja, die Meinung habe ich auch, denn ich will von ihm beachtet werden. Noch ein Bier und mir ist schon schlecht? Eines geht noch, sonst bin ich ein Weichei und das war es mit der Akzeptanz.
Diese Leute sind es die ihren Geist abschalten und andere für sich denken lassen. Aber das ist nicht der einzige Grund, denn es gibt noch
Gruppe B: Irgendjemand muss ja mal seine Meinung sagen, und wenn nicht ich, dann bin ich klein und schwach. Ich will wer sein, also muss ich auf den Putz hauen. Wenn andere Leute mich anhimmeln, dann ist mein Ego auch am stärksten, ich lebe von der Anerkennung, welche mir von außen zugetragen wird. Mein Verhalten wird aber nicht von meinen Wünschen allein geprägt, nein, wenn die Masse etwas toll findet, dann tue ich es auch. So ist es mir möglich richtig beliebt zu werden.
Diese Leute sind in der Unterzahl, weil sie dazu auf der mutigen Seite des Selbstbewusstseinsmagels stehen müssen. Das ist seltener - und gefährlicher. Mode ist für sie ein Muss, denn damit sind sie auf der sicheren Seite bei allen anderen Mitläufern. Und je extreme eine Tat, desto mehr Aufmerksamkeit. Also auch hier eine IQ-Reduktion, je mehr Leute beeindruckt werden müssen.
Und dann gibt es noch einige weitere Effekte: Die Masse macht stark und anonym. Man kann sich verstecken und dennoch mehr erreichen als alleine. Das ist verführerisch. Man hat schnell eine gemeinsame Meinung und einen Plan diese durchzusetzen. Das führt dann leider schnell zu undurchdachten Spontanaktionen, die im schlimmsten Fall Schäden verursachen. Von Alkohol rede ich noch gar nicht, der verstärkt diese Effekte noch zusätzlich.
Selbstbewusstsein ist ein trügerischer Begriff, denn er steht für mich nicht für sicheres Auftreten, sondern für die Fähigkeit mit sich selbst immer im Reinen zu sein und Aufmerksamkeit seiner eigenen Person in allen Situationen zu widmen und zu reflektieren. Der Rest kommt dann von selbst.
thofei am 18. Juni 09
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