Wider Gekautes.
Wieso sollte ich meine Pizza mit Messer und Gabel mühseelig aus dem Rondell pfriemeln und Stücke, die meinen Mundraum nicht mal annähernd ausfüllen andächtig kauend auf meine Geschmacksnerven wirken lassen, wenn McDonalds in Frankreich 8% Zuwachs erzielt? Wieso sollte ich mir die Mühe machen und in Manier eines Chemielaboranten exakt abgewogene, fein säuberlich in identische Stücke zerteilte Zutaten gekocht, gesotten, gebacken in stundenlanger Arbeit heulend und schwitzend zu einem 5 Gänge-Menü zu synthetisieren, wenn ich für sechs Euronen satt werde fast ohne kauen zu müssen?
Im Trend liegt es schon, das hektische der Zeit auch auf die Nahrungsaufnahme auszudehnen. Auch ich erwische mich als gestresster Doktorand immer wieder dabei in der Mensa den Anderen beim Speisen zuzusehen, da ich schon mit mehr Schlingen als Essen meinen Teller förmlich leergefegt habe.
Aber der Trend ist des Menschen Feind geworden - davon bin ich überzeugt. Denn wo man sich nicht mehr die Zeit nimmt, die lebenswichtigen Tätigkeiten mit der nötigen Hingabe oder auch nur mit ein wenig Genuß und Gesundheitsbewusstsein auszuführen, da wird das Dasein auf Arbeit oder sogar Stress beschränkt. Leben an sich möchte ich so einen Zustand nicht mehr nennen. Vegetieren klingt für mich auch daneben, denn die achten immerhin noch auf die Art ihrer Nahrung.
Tut Euch was gutes: kocht daheim. Ihr lernt dabei solide Handarbeit zu schätzen, Zeit bewusster wahrzunehmen und sogar Euch selbst zuzuhören. Denn vor dem Herd ist ein guter Platz um die Gedanken schweifen zu lassen ...
thofei am 02. Juni 09
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